Archiv der Kategorie: Kölner Appell gegen Rassismus

Engagement für Flüchtlinge

Die Geschichte meines Einsatzes für Flüchtlinge ( wobei ich mich nicht rühmen möchte; es gibt Leute, die tun wesentlich mehr als ich ) begann beim Kölner Appell gegen Rassismus. Ich las eines Tages im Kölner Wochenspiegel einen Bericht über eine Flüchtlingskindergruppe. Im Schlußsatz war die Rede davon, daß diese Gruppe bisher von nur einer Frau organisiert wurde, und dringend noch weitere Helfer benötigt wurden, um auch mal den einen oder anderen kleinen Ausflug machen zu können. Ich überlegte ein wenig. Es gab viele Dinge, die dafür sprachen, sich zu melden: Ich mochte Kinder, hatte keine Berühungsängste, sondern war im Gegenteil neugierig auf Menschen, die aus anderen Ländern kommen und Ausflüge machte ich auch gern. Andererseits arbeitete ich Vollzeit ( damals bei der Firma König & Reeker, später wechselte ich zu den Acla-Werken, weil mir der dortige Aufgabenbereich vielseitiger schien ) und über Langeweile in der Freizeit konnte ich mich auch nicht wirklich beklagen. Würde ich es schaffen, das alles unter einen Hut zu bringen? Andererseits: Es ist alles eine Frage der Organisation. Außerdem, wenn es in erster Linie darum ging, eine zweite Begleitperson für Ausflüge zu haben, konnte ich mich ja in erster Linie dafür melden, vielleicht ein oder zweimal in die reguläre Gruppe kommen, damit die Kinder mich kannten, und ansonsten nur bei den Ausflügen eingesetzt werden. Aber es kommt öfters anders, als man denkt. Es gefiel mir nämlich so gut, daß ich von nun an ständig dabei war. Es war so schön, wenn jedes Mal zu Beginn der Treffen eine Gruppe Kinder freudestrahlend auf einen zugestürzt kam. Im Übrigen wurde auch Andreas, mein Lebensgefährte, in diese Begeisterung mit einbezogen: Wenn er am Heim vorbeiging, stürzten sämtliche Kinder an den Zaun und riefen: „Andreas, Andreas!“
Ich habe in dieser Zeit sehr viel Dankbarkeit und Gastfreundschaft ( wir, also die Frau, mit der zusammen ich die Kinder betreute und ich, konnten uns vor Einladungen zum Essen kaum retten ) erfahren. Aber auch Negatives, wenn Familien, die mir ans Herz gewachsen waren, abgeschoben wurden in den Kosovo.
Ein Wort noch zum Kölner Appell gegen Rassismus, dem Verein, zu dem diese Gruppe gehörte und dessen langjährigen Vorsitzenden Klaus Jünschke eine gemeinsame Bekannte – er kannte sie von der Arbeit und ich aus dem Angloclub – mal als „a man with a mission“, nämlich der Mission einer besseren, gerechteren Welt – bezeichnete: Dieser Verein setzt sich sehr für die Rechte von Minderheiten ein und organisiert Dinge wie Hausaufgabenhilfe, Freizeitgruppen wie eben dieser Flüchtlingskindergruppe, aber auch Vorträge, die sich mit dem Thema Rassismus beschäftigen. Siehe auch: http://www.koelnerappell.deKölner Appell

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